Bereit, heute Nacht zu kämpfen?
Im Magazin FOCUS vom 16. Juni 2026 lesen wir:
„Luftwaffenchef Holger Neumann erklärt, Deutschland sei bereit, „heute Nacht zu kämpfen“, falls Russland einen Nato-Staat angreife. Laut „Telegraph“ sagt er, die Luftwaffe werde „jeden Zentimeter“ des Bündnisgebiets verteidigen. Ein Angriff auf Estland habe für die Nato dieselbe Bedeutung wie ein Angriff auf London. Neumann nennt auch Gebiete, in denen Nato-Streitkräfte Russland im Ernstfall empfindlich treffen würden. Dazu zählt er Kaliningrad, die Kola-Halbinsel und das Schwarze Meer.“
Darf ein Luftwaffenchef mit solchen Worten einen Krieg geradezu herbeireden? Er darf es nicht. Denn die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee. Die Bundeswehr hat politischen Vorgaben zu folgen. Nicht umgekehrt. Hier aber wirkt es so, als würde die Bundeswehr außer Kontrolle geraten dem Parlament kriegslüstern voraneilen.
Das Parlament führt, nicht die Bundeswehr. Und trotzdem preschen Vertreter der Bundeswehr immer wieder vor. Als wären sie von der Leine gelassene Kampfhunde, deren Halter sie nicht mehr im Griff haben.
Dabei schreibt selbst der heutige Kriegstreiber Roderich Kiesewetter noch 2017 auf den Seiten des DEUTSCHEN BUNDESWEHRVERBANDS:
„In Deutschland gilt das Primat der Politik gegenüber dem Militär. Dieses wurde aus historischen Erfahrungen geschaffen und ist verfassungsmäßig verankert.“
Als die gewählte Vertretung der Bürger/innen muss das Parlament nun dazu Stellung beziehen, ob die hetzerischen Worte vom „Krieg noch heute Nacht“ im Sinne der Bürger/innen sind. Und ob es wirklich dem Erhalt des Friedens dienen kann, noch im Frieden schon einmal die russischen Ziele zu benennen, die Deutschland im Kriegsfall zu bombardieren gedenkt.
Wenn das deutsche Parlament sich in seiner Eigenschaft als gewählte politische Vertretung der Bürger/innen für den Erhalt des Friedens verantwortlich fühlt, dann sollte es Herrn Neumann als verbalen Kriegstreiber von seinem Posten als Luftwaffenchef abberufen.
Man vergesse nicht: Andere deutsche Militärs sagten bereits, Deutschland sei bereits nicht mehr im Frieden und noch nicht im Krieg. Also irgendwo zwischen Krieg und Frieden? So sagte der Bundeswehrgeneral Carsten Breuer laut SPIEGEL vom 9. Oktober 2022, wir befänden uns in einem „Zustand zwischen nicht mehr ganz Frieden, aber auch noch nicht richtig Krieg.“
Mit solchen und ähnlichen Worten redet das Militär seit Jahren einen Krieg geradezu herbei. Man will uns Bürger/innen durch verbale Gewöhnung kriegstüchtig machen.
Widersetzen wir uns!
V. i. S. d. P. Karim Akerma, 22761 HH, 20. Juni 2026