Münchner Sicherheitskonferenz 13.02.2026

Ein HEGEMON ist ein Staat, der eine unbestrittene Führungsrolle ausübt. Aktuell verwandeln sich die USA von einer Führungsmacht in etwas Neues: in einen Raubtier-Hegemon. In einen Hegemon, der sich in Venezuela oder Grönland nehmen will, was er braucht. Die neuen räuberischen USA ziehen sich aus Europa zurück. Sie hinterlassen hier eine Machtlücke. In Europa fällt Deutschland nichts Besseres ein, als den US-Hegemon durch einen deutschen Hegemon zu ersetzen zu wollen.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sagte Kanzler Merz am Freitag, den 13. Februar 2026:

„Herr Verteidigungsminister, die Reform unseres Wehrdienstes ist auf den Weg gebracht. Wenn es erforderlich ist, steuern wir nach. Wir stärken die Ostflanke der Nato. Dafür entsteht unsere Brigade in Litauen. Das erste Mal, dass in der Geschichte der Bundeswehr ein ganzer Großverband außerhalb unseres eigenen Territoriums aufgestellt wird.“ (F. Merz)

Hier spricht der unverhüllte militärische Stolz, wieder an vorderster Front zu stehen.

„Die Bundeswehr werden wir … schnellstmöglich zur stärksten konventionellen Armee Europas machen, eine Armee, die standhält, wenn sie muss.“ (F. Merz)

Die Aussicht auf eine deutsche Vormachtstellung löst nun aber in Frankreich oder Polen tiefsitzende Ängste aus, die sowohl in historischen Traumata als auch in aktuellen politischen Veränderungen wurzeln. Dies verschweigt Herr Merz.

„Ich habe mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron erste Gespräche über europäische nukleare Abschreckung aufgenommen.“ (F. Merz)

Brigadegeneral Frank Pieper sagte es kürzlich deutlicher: „Deutschland braucht eigene taktische Atomwaffen.

Vor dem Hintergrund derartiger aggressiver Entwicklungen wurde die Atomkriegsuhr am 27. Januar 2026 auf 85 Sekunden vor Mitternacht vorgestellt. So weit wie noch nie. Wir haben keine militärische Fähigkeitslücke, sondern eine geistige.

Und doch sagte Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 13. Februar auch etwas Wegweisendes:

„Niemand hat uns in die übermäßige Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten gezwungen, in der wir uns zuletzt befunden haben. Diese Unmündigkeit war selbst verschuldet. Aber diesen Zustand lassen wir jetzt hinter uns, und zwar lieber heute als morgen. Das tun wir nicht, indem wir die Nato abschreiben.“ (F. Merz)

Doch, Herr Merz, lassen Sie uns aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit austreten und somit aus der NATO austreten. Denn die NATO ist kein Friedensbündnis. Es ist ganz einfach: Laut NATO-Vertrag, Artikel 13, genügt ein Brief über den Austritt an die Regierung der USA. Ein Jahr später ist Deutschland kein NATO-Mitglied mehr. Zur Mündigkeit gehört es zu akzeptieren, dass die NATO gleichsam ein leibliches Kind der USA ist: Laut NATO-Vertrag ist der Brief schließlich nicht ans NATO-Hauptquartier in Brüssel zu schreiben, sondern in die USA zu schicken.